Samstag, 11. Juni 2011

Jobhunting

Es ist mal wieder Wochenteilungsfest und irgendwas muss heute passieren. Ich habe also mit meinem Zimmerkollegen Tim bereits gestern beschlossen auf Jobsuche entlang des Stuart Highway, etwas außerhalb, zu gehen. Kurz nach neun machten wir uns also vom Hostel aus auf Jobjagd. Etwa 15 km außerhalb von Darwin beginnen wir unseren Trip. Die nächsten 4 Stunden sahen dann mehr oder weniger so aus. Tür auf, rein in den Laden: „Hallo wir haben Darwin vor wenigen Tagen erreicht und sind auf der Suche nach einem Job?!“ „Habt ihr irgendwelche Qualifikationen?“ „Nein, gerade erst die Schule beendet!“ „Sorry, wir suchen im Moment niemanden“ Tür auf, raus aus dem Laden und das Ganze geht von vorne los. Ich kann euch sagen: Dit macht Laune. Ab und an trifft man auf Australier, die einem mehr oder weniger wertvolle Tipps geben, selbst nochmal einen Bekannten anrufen, ob er noch jemanden braucht, oder einem die Gelben Seiten von Darwin aushändigen mit ein paar Ratschlägen. Aber so wirklich jemand brauchen, tut niemand. Kurz vor Ende unseres Ausflugs, ruft eine Firma an und fragt, ob wir Donnerstag ab 8:30 Zeit hätten.“Ja, wir haben!“ Also morgen 8:30 auf der Albatross Street bei Fusion. Die große Preisfrage lautet nun? Wer oder was zum Henker ist Fusion?! Also auf jeden Fall eine der Firmen bei der wir heute mal kurz zu Besuch waren. Wir beschließen die Adresse später im Internet herauszusuchen und erst mal ins Hostel zu fahren und in den Pool zu springen. Was ein Gefühl! Mittagessen gibt es dann bei dem großen, gelben „M“. Gefolgt von einem Besuch in der Library. Gegen 16:30 Uhr klingelt mein Handy. Am anderen Ende der Leitung meldet sich der Besitzer des türkischen Restaurants. Ob ich heute Zeit habe, will er wissen. Ich überlege kurz (nochmal als Türke verkleidet durch die Stadt rennen?! Einen Affen habe ich schließlich auch noch nicht, der mein Erscheinungsbild authentischer wirken ließe!) Ich beschließe, dass ich Zeit habe. Ich erläutere kurz, dass ich aber etwa 40 Minuten brauche, da ich erst ins Hostel muss um meine Arbeitskleidung zu holen. Also schnell die Mitchell Street runter zum Hostel, Sachen einpacken, Mitchell Street wieder hoch und um Punkt 17 Uhr betrete ich das Restaurant. Ich soll heute Tellerwaschen, lautet die kurze wie etwas unfreundliche Begrüßung. Alles klar, Guten Tag erst einmal. Ich frage mich, warum ich quer durch die Stadt geeilt bin, um meine Sachen zu holen, wenn ich Teller waschen soll?! Ich stelle meine Sachen in die Ecke und versuche mir einen kurzen Überblick über das Chaos in der Küche zu verschaffen. Zwei Schnellspüler, zwei Waschbecken, ein Schwamm und drei Handtücher. Da weiter Anweisungen auf sich warten lassen, frage ich vorsichtig nach weiteren Details. Wie funktionieren die Spülmaschinen? Wo kommen die Teller/Messer/Gabeln/Löffel/Gläser hin?
Wo das Geschirr seinen Platz hat ist schnell geklärt. Die Frage nach der Bedienung der Geräte scheint da schon komplizierter zu sein. Zuerst soll ich das dreckige Geschirr einräumen und die Tür schließen. Danke, soweit war ich auch schon! „Was ich dann noch wissen wolle?“ „Den Zauberspruch, damit die Maschine auch läuft, vielleicht“. Nachdem sich mein Chef, der auch Koch ist und dessen Name ich ich mir nicht merken kann, weshalb ich ihn jetzt einfach mal Achmed nenne, eine gefühlte Ewigkeit mit seiner Spülmaschine auseinandergesetzt hat, gibt er mir dann, wie gewohnt, Anweisungen in Stichpunkten. Die Aussage, dass ich auch ganze Sätze verstehe, verkneife ich mir. Also fange ich an das ganze dreckige Geschirr sauber zu machen. Den größten Teil von Hand, da die Maschinen den Dreck auf den Tellern nur gleichmäßig verteilen kann, anstatt ihn zu beseitigen. Die drei Handtuchfetzen, die mit zur Verfügung stehen, sind dann auch sehr schnell, sehr nass und ich erkundige mich nach frischen Handtüchern. Aber diese Frage scheint zu kompliziert zu sein. Ich versuche noch einmal - in Stichpunkten - zu erläutern, wo das Problem liegt. Ich solle die Handtücher nehmen, die dort liegen. (Also jene, die bereits nass sind) Alles klar! Dann gibt es halt keine trockenen Teller mehr. Das Ganze widerstrebt mir schon ziemlich, denn halbnasse Teller sind jetzt nicht so wirklich das gelbe vom Ei. Als dann auch der dritte Koch kommt, versuche ich mein Glück erneut. Und; siehe da: Ein ganzer Karton voller, trockener Handtücher. Was ein Glück. Die nächsten Stunden bin ich dann nur damit beschäftigt irgendwelche Dinge zu spülen und ab zu trocknen. Ein toller Job.....nicht. Es ist, Gott sei Dank, Mittwoch und dem entsprechend nicht so viel los. Es herrscht also keine allzu große Hektik. Es ist bereits 21 Uhr und ich versuche mich damit bei Laune zu halten, mir im Hostel nach Feierabend eine kühle Coke am Automaten zu ziehen. Das funktioniert eigentlich auch ganz gut. Während ich dann so am spülen bin, ziehe ich im Spülwasser ein Küchenmesser durch den Lappen......irgendwas stimmt nicht. Sauberer Schnitt. Eine schöne tiefe Schnittwunde im rechten Daumen, die natürlich wie sau blutet. Auf meine Frage, ob es hier einen Erste-Hilfe-Kasten gibt, reagiert niemand. Ich wiederhole die Frage etwas genervt. Der zweite Koch kommt zu mir und meint ich solle ihm folgen. Er setzt sich im Hinterhof auf eine Stuhl, macht seine Zigarette an und sagt, ich solle mich kurz relaxen. Ich setzt mich und zeige ihm meinen Daumen, den ich bin dahin im Mund hielt, um nicht alles voll zu tropfen. Diese Geste verstand er prompt, stand auf, ging zurück in die Küche und holte eine Tasche, auf der „First Aid“ stand. Freundlicherweise öffnete er diese auch, nachdem ich vergeblich versucht hatte, sie mit einer Hand zu öffnen. Bei dem was ich dann sah, wusste ich nicht so genau, ob ich lachen oder weinen sollte. Der Inhalt dieser Tasche bestand aus lauter Tabletten und sage und schreibe 1 (in Worten: einem) Pflaster. Ich fragte vorsichtig, ob er noch eine weitere habe. Er schaute mich an und gab mir das Pflaster. Alles klar. Ich nahm es und klebte es auf. Das das nicht reicht, war ihm nicht so klar. In meinem Rucksack hatte ich noch ein ganze Pflasterpackung und so bastelte ich mir aus Pflastern und etwas Papier einen kleinen „Druckverband“. Er erfüllte seinen Zweck, zumindest temporär. Ich überlegte kurz, ob es sinnvoll ist weiter zu arbeiten. Ich kam zu dem Entschluss, dass es mit einer offenen Wunde, weder sinnvoll für das Spülwasser ist, noch für meine Wunde. Dies teilte ich dann auch meinem Chef mit. Er war allerdings anderer Meinung und machte einen riesen Aufstand, was mir denn einfallen würde jetzt gehen zu wollen. Vollkommen angenervt verließ ich das Restaurant und machte mich auf den Weg zurück ins Hostel. Ich wusste nicht genau über was ich mich mehr ärgern sollte: Über meine Schusseligkeit, oder über diesen Ar*** von Mensch.......
Im Hostel fragte ich dann auch nach einem Verbandskasten, da das Pflaster inzwischen an seine Grenzen kam, was die Blutmenge angeht. Allerdings war auch dieser Verbandskasten nicht wesentlich besser ausgestattet. Immerhin zwei Pflaster sowie eine Menge Einmalspritzen und Kanülen beinhaltet dieser Erste-Hilfe-Kasten. Weiß der Kuckuck wofür man das in der Ersten Hilfe braucht. Mit etwas Tape, was mir ebenfalls zur Verfügung gestellt wurde, bastelte ich mir einen neuen „Druckverband“. Danach schnell ins Bett, denn in wenigen Stunden wartet ja bereits der nächste Job auf mich.

Sieben Uhr. Der Wecker klingelt. Viel zu früh! Duschen, frühstücken und es kann losgehen. Uns, also Tim und mir, ist immer noch nicht ganz klar, welcher Laden das ist und was wir machen sollen. Wie sich herausstellt ist eine Eventagentur. Zusammen mit Christian, einem Deutschen, der seit mehreren Monaten für das Unternehmen arbeitet und versucht eine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis für Australien zu erhalten, ging es ins „Darwin Skycity Casino“. Dort sollten wir eine Ausstellung aufbauen. Zu aller erst mussten aber schwarze Panels, die die Wände bilden, drei Etagen nach oben getragen werden. Unser Job. Anstrengend aber ok. Nachdem dann alle oben sind, müssen ein paar wieder runter. Unten angekommen sollen dann zwei wieder rauf. Gar nicht so schlimm, es wird ja schließlich bezahlt. Neben den Panelen müssen dann auch noch kleine Schränke und Barhocker in die dritte Etage. Dafür nehmen wir dann aber doch den Aufzug. Alles noch sauber machen und nach 5 Stunden ist dann auch Schluss. Am Samstag dürfen wir den Kram dann wieder abbauen und woanders wieder aufbauen. Es gibt also weiteres Geld. Zum Mittagessen soll es Nudeln mit der weißen Soße geben. Also noch schnell zum Coles. Auf der anderen Straßenseite ist übrigens auch das Restaurant von meinem türkischen „Freund“. Da ich noch Geld für die 4,5h kriege, statte ich ihm noch einen Besuch ab. Ich entschuldige mich nochmal dafür, dass das am Vortag so blöd gelaufen ist, was ihm aber ziemlich ist egal, und frage nach meinem Geld. Er unterhält sich kurz mit seinem Partner und sagt, dass es nur Dienstags Geld gibt. Alles klar, dann komme ich am Dienstag wieder, lautet meine Antwort. Ich versuche mich betont höflich zu verabschieden und verlasse durch den Essensraum das Restaurant, als er mich fragt, ob ich heute arbeiten könne. Ich verneine, dass das wegen dem Finger nicht möglich sei. (Das ich absolut, und ich meine wirklich absolut keinen Bock mehr habe für ihn zu arbeiten, muss er ja nicht wissen. Bekomme ja schließlich noch Geld von ihm.) Er nimmt sich seinen Taschenrechner, tippt ein paar Zahlen ein, geht zu Kasse und gibt mir 60AUD. Ach auf einmal ist schon wieder Dienstag. Wie die Zeit vergeht. Ich bedanke mich und gehe...Der Rest des Tages wird am Pool verbracht.

Donnerstag, 9. Juni 2011

Thank you!

Ich habe eben meinen E-mailaccount geschaut und festgestellt, dass es zu meinem letzten Post bereits 4 Kommentare gibt, die ich selbstverständlich, wie alle Kommentare bisher, gelesen habe. An dieser Stelle möchte ich mich mal bei allen bedanken, die hier ungefragt ihren Senf dazu geben, oder den Blog einfach nur lesen. Dankeschön. Denn es macht immer wieder Freude euren Senf zu lesen; und, by the way, es kann einem glatt den Tag retten. Also weiter so bitte :).
Bericht über die letzten Tage kommt dann vielleicht später noch ;)

Dienstag, 7. Juni 2011

Wo ist eigentlich mein Affe hin?

Kurze Überblick über die aktuelle Situation in Form eines Livetickers. Also ihr müsst euch jetzt vorstellen der läuft unten am Bildschirm so entlang :)
Immer noch stolzer Autobesitzer – Arbeitsmarktlage unverändert schlecht – Hostelpreise bleiben stabil – Zum ersten Mal seit Beginn der Reise verzeichnet meine Reisekasse Einnahmen – Wetter: Sonne pur, bei 30°C - - - Immer noch stolzer Autobesitzer – Arbeitsmarktlage unverändert sch.....

Also nun mal der Reihe nach. Sonntag habe ich mich in türkische Restaurant aufgemacht, da ich nicht auf einen Anruf warten wollte. Ich betrat den Laden und ich hatte den Einruck, dass er mich auch vergessen hatte. Ich solle Montagabend um 18 Uhr wieder kommen. Probearbeiten. Schonmal ein Erfolg. Ich entscheide dann noch ganz spontan noch einmal zum Coles zu gehen und Zutaten für Nudeln mit Thunfischsoße einzukaufen. Gemüsebrühewürfel auf Englisch heißt.....nicht verzagen, einfach das Dictionary fragen. Vegetable Stock wäre dann auch die Lösung. Jetzt beginnt die Suche nach dieser weltbekannten Nadel. Überraschenderweise war die entsprechende Zutat doch recht schnell gefunden. Wo Nudeln und Sahne stehen ist mir inzwischen bekannt. Also, kein Problem. Im Hostel schnell die anderen Zutaten zusammensuchen und auf in die Küche. Gott sei Dank ist niemand anders dort. Also muss auch keiner mir ansehen, wie ich versuche etwas zu kochen. Das Niemand da ist, entwickelt sich aber auch prompt zu einem kleinen Problem. Wie bekommt man den Gasherd ohne Feuerzeug an?! Die Einzige Möglichkeit an eins zu kommen ist, den Typen zu fragen, der neben der Küche wohnt. Und mit wohnen meine ich auch wohnen. Für diesen Zeitgenossen gibt es nun einen kleinen Exkurs. Dieser Herr mittleren Alters (irgendwas zwischen 30 und 50) soll, so sagen Gerüchte der Bruder/Cousin der Besitzerin des Hostels sein. Zimmer 22 ist sein Domizil. Er trägt eigentlich immer irgendwelche bunten, fast knielangen Hemden und eine kurze Hose. Sein Tagesablauf sieht in etwa so aus. Aufstehen, Fernseher einschalten, Laptop einschalten, vor seine Tür setzen, von wo er beide elektronischen Geräte im Blick hat, und eine oder etwas Rauchen. Von diesem Tagesablauf weicht dieses Individuum nur äußerst selten ab. Heute konnte ich beobachten, dass er auf seinem Fernseher Sport schaute (lautlos), während er sich auf seinem Laptop eine Folge „The Big Bang Theory“ anschaute. Das nenne ich mal effektives Zeitmanagement. Aktiv wird er gegen Abend zweimal. Denn dann schließt er um 22:30 die Küche und eine halbe Stunde später den Poolbereich. Diesen eher wortkargen und unfreundlichen Mitmenschen fragte ich dann also schließlich, um mal zurück zum Thema zu kommen, nach einem Feuerzeug. Schnell die einzig beiden funktionierenden Herdplatten anmachen und das Feuerzeug wieder loswerden. Nudelwasser aufsetzen, Zwiebeln schneiden, und dünsten. Dann die nächste Frage: Laut Rezept von Mama einen halben Gemüsebrühewürfel in Wasser auflösen. Meine Bemüsebrühewürfel sind aber nur fingernagelgroß. Das scheint mir etwas wenig, wahrscheinlich sind die Deutschland größer. Also mal großzügig zwei auflösen. Ich bin zwischenzeitlich etwas skeptisch, ob das was ich das koche, irgendwas mit dem zu tun hat, mit dem was ich essen möchte. Skepsis hin oder her. Thunfisch und Sahne hinzu, etwas köcheln lassen fertig. Ich muss an dieser Stelle einmal sagen, dass ich ziemlich begeistert bin von meinen „Kochkünsten“. Gut, bei diesen detaillierten Anleitungen kann man auch eigentlich nicht mehr viel falsch machen. Zu dem bereits erwähnten gibt es dann noch Tomaten, damit da wenigstens etwas dabei ist, was irgendwelche Vitamine enthält :)

Eine neue Woche beginnt. Neues Spiel, neues Glück. Zumindest beginnt sie ja schon einmal gut, denn heute Abend gehe ich schließlich Probearbeiten. Die Zeit bis dahin wird zum größten Teil am Pool totgeschlagen. Pünktlich mache ich mich mit schwarzer Hose, schwarzen Schuhen und schwarzen Socken auf den Weg. Dort angekommen ziehe ich mir besagte Kleidungstücke an. Dazu kommt dann noch das weiße „Hemd“, eine Weste, „Gürtel“ und so ein lustiger Hut. Der Chef drückt mir Flyer in die Hand und sagt ich soll sie in der Stadt verteilen, aber nicht an Backpacker. Wie gut das die halbe Stadt gefühlt aus Backpackern besteht. Ich mache mich also als Türke verkleidet auf in einer australischen Stadt, Flyer zu verteilen. Anscheinend bin ich der erste Türke, der die Straßen entlang läuft, denn so dämlich verkleidet, zieht man alle Blicke auf sich. Wohl fühlen tue ich mich nicht. Wo mein Affe sei, werde ich dann noch gefragt. Man nimmt es mit Humor und läuft nun schon die dritte Runde durch die Stadt. Die letzten 20 Flyer verteilen sich quälend langsam. Die meisten Leute haben schon einen und wollen auch keinen zweiten. Nach 90 Minuten betrete ich das Restaurant wieder. Der Chef, der auch der Koch ist, fragt mich warum ich wieder da sei? „I'm ready!“ lautet meine schlichte Antwort. Er guckt mich an, schaut in Restaurant, guckt mich wieder an und stellt mit einem seltsamen Unterton fest, dass sein Restaurant leer sei. Ist jetzt wohl also meine Schuld. Er schickt mich nach Hause und sagt zu mir, ich solle morgen um 13 Uhr wiederkommen für eine Stunde. Ich entledige mich vollkommen verschwitzt meiner „Dienstkleidung“ und bin eigentlich ziemlich froh nach Hause zu können. Allerdings habe ich vergessen ein Foto zu machen, vom Türken in mir.....Zum Tagesabschluss fahre ich ein deutsches Paar für 10 AUD zum Flughafen.

Mit diesem Dienstag beginnt nun meine siebte Woche hier in Australien und, ich nehme es mal vorweg, endet auch mein Job in dem türkischen Restaurant. Typisch deutsch und nicht ganz so typisch für mich, stehe ich kurz vor eins wieder vor meinem noch potenziellen Arbeitgeber. Aber die Türen sind zu. Ich warte bis zehn nach und schreibe einen Zettel, dass ich hier war und dass er bitte anrufen möge, wenn er einen Job für mich habe. Ich wollte ihn gerade einwerfen, da erscheint er doch. Bevor ich mich umziehe, frage ich ihn wie das Ganze den finanziell aussieht. Er sagt 15AUD und ich steige wieder in die Kleidung von gestern......Wieder mit Flyern bewaffnet, soll ich diese nun eine Stunde lang in der Einkaufsstraße unter die Leute bringen. Alles wie am Vortag; ich verteile Flyer und die Leute gaffen. Aber kann man es ihnen übel nehmen?! Eine Stunde später steh ich wieder vor der Tür, mache ein Foto und bin froh wieder in meiner Kleidung zu stecken. Der Chef sagt mir, dass er mich anrufen werde, wenn er jemanden brauche, aber diese Woche brauche er niemanden mehr.
Wehe es lacht jemand :)
Ich frage ihn, nach meinen Geld, was ich nach kurzer Diskussion auch bekomme. 35AUD für 2,5 Stunden. Das sind zwar nur 14AUD/Stunde, aber das ist mir relativ egal in diesem Moment. Ich verabschiede mich, gehe zurück zum Hostel und springe in den Pool. Ein tolles Gefühl. Mein Zimmergenosse hat heute 600AUD bekommen. Für die letzten vier Tage....Immerhin habe ich in den letzten 24 Stunden mehr Geld verdient als ausgegeben.

Sonntag, 5. Juni 2011

Planen: Unmöglich!

Nach zwei Tagen auf Jobsuche überlegte ich mir alternativen, da hier definitiv zu viele Backpacker in Darwin sind. Das Auto zu Martin nach Cairns fahren, damit er damit weiter fahren kann und mir meinen Anteil abkaufen kann. Für die Strecke, etwa 3000km würde ich 5-6 Tage brauchen. Aber Martin ist das Ganze etwas zu teuer. Ich entschließe mich, dass WWOOF Book zu kaufen (Wie bereits von Mama erklärt. Willing Workers on Organic Farms, was so viel heißt, dass man auf einer Farm bei einer australischen Familie lebt und arbeitet und dafür freie Unterkunft und Essen bekommt. Nebenbei lernt man dann auch noch Englisch :) ). Kaufe mir also in der Stadt das Buch, das gleichzeitig eine Mitgliedschaft enthält für 60 AUD, suche mir ein ruhiges Plätzchen und schaue mir an, was die Farmen so zu bieten haben. Suche mir ein paar Farmen aus und rufe an. Allein das kostet schon Überwindung, denn am Telefon versteht man die Australier fast gar nicht. Letztendlich geht dann auch nur einer von fünf an sein Telefon. Und er ist für die nächsten 3-4 Wochen ausgebucht. Ich überlege mir es gegen Nachmittag noch einmal zu probieren. In der Bibliothek treffe ich zwei Deutsche Mädels, die ebenfalls auf der Suche nach Jobs sind. Nach kurzer Surferei verlasse ich die Bibliothek wieder und hole am Ausgang bei der Security meinen Schlüsselbund mit Taschenmesser und mein Werkzeugtool wieder ab, was ich noch im Rucksack hatte. Denn um in die Bibliothek zu kommen, muss man wie am Flughafen alle Tasche leeren und Rucksack und Tascheninhalt durch ein Röntgengerät schicken. Wie das hier so ist, ändert sich innerhalb weniger Minuten alles wieder. Ein helfe einen Franzosen, der dringend wieder nach Hause muss. Er hat einen Job und stellt mich seinem Chef vor, da seine Stelle ja frei wird. Der Besitzer des türkischen Restaurant war für meinen Geschmack, aber eher weniger begeistert, als Vincent seinen potenziellen Nachfolger anschleppte. Ich gab ihm meinen Lebenslauf und er sagte, dass er mich anrufen würde. Am Abend fahre ich ihn dann noch zum Flughafen, kaufe ihm für 20 AUD seine schwarze Hose und die schwarzen Schuhe ab und falle ziemlich müde ins Bett.
Wenigstens ein Foto muss sein.

Es ist Samstag, Wochenende! Es ist jetzt ja nicht so als hätte ich nichts getan, also mache ich mich auf zum Strand. Die Sonne knallt aber so sehr, dass ich mich in den Schatten setzen muss, um nicht schon nach kurzer Zeit einen dicken Sonnenbrand zu riskieren. Allerdings sind Schattenplätze am Strand eher rar. Ein Ast, der am Beginn des Strandes über dem Sand hängt muss reichen. Da Ebbe ist, ist das Meer ziemlich weit weg. Ich entschließe, dass es zu weit weg ist und bleibe im Halbschatten.
C-17 Globemaster III. Wahrscheinlich von der RAAF


Lifeguard. Was ein Job.

Der schattenspendene Ast
chdem die Sonne nun soweit gewandert ist, dass ich mein Handtuch nun in Gebüsch legen müsste, um im Schatten zu liegen entschließe ich mich dazu wieder das Hostel aufzusuchen und dort in den Pool zu hüpfen. Gesagt, getan. Zum Mittagessen sollte es eigentlich Brot mit Käse und Ketchup geben. Das Brot war allerdings schon etwas älter und sah auch dementsprechend aus. Also gab es nur Käse mit Ketchup.

Nach diesem Festmahl entschloss ich mich die Bibliothek aufzusuchen, wo ich dann auch die beiden Mädels von Donnerstag wieder traf. Also verbrachten wir den Nachmittag in der Bibliothek und gingen gegen frühen Abend in eine Pub und setzen unsere Unterredung dort fort. Zum Abendessen machte ich mir dann zwei Hähnchenkeule mit den Reisresten, der Kängurufrikadellen.

Freitag, 3. Juni 2011

Die ersten Tage in Darwin

Wir konnten es einfach nicht lassen. Kaum in Darwin angekommen, entschieden wir uns erst einmal auf einem Campingplatz zu schlafen. Das ist billiger, auch wenn es mit 16AUD pro Person recht teuer war. Also noch zwei Nächte auf zwei Isomatten schlafen. Martin liegt derweil auf seiner mehrfach getapten Luftmatratze. Beides eher suboptimal. Wir beschließen unser Auto Verkaufsfit zu machen und suchen die nächste Waschanlage auf. In mehreren Boxen kann man sein Auto mit Hochdruckreiniger selber waschen, in einer weiteren wird das Auto automatisch sauber gemacht, ohne Berührung, wodurch es keine Kratzer geben soll. Versucht einmal einen Topf, in dem so richtig schön was angebrannt ist, unter fließend Wasser unter zu Hilfe nahme von Spüli ohne Berührung sauber zu bekommen. Ungefähr so wie der Topf dann aussieht, so sah unser Auto aus. Dreckig. Mit dem Staubsauger, der gaaaaaanz viele 1-Dollar-Münzen geschluckt hat, ging es dann an die Innenreinigung. Danach Fotos machen. Fahrzeugdetails raus suchen, Fotos hochladen, und Anzeige online stellen.
Anschließend statten wir auch der Innenstadt einen Besuch ab. Vorbei an einer Bar, wo anscheinend eine Miss-Wahl läuft, da lauter leicht bekleidetet Frauen auf einer Bühne auf und ab laufen, geht es zur Bibliothek, wo es angeblich freies W-lan geben soll. Aber wir sind ja hier nicht mehr in Perth, wo es W-lan die ganze Nacht gibt, sondern in Darwin und deshalb hält sich das W-lan an die Öffnungszeiten der Bibliothek. Aber wir sind ja beide in Besitz eines Surfsticks und deshlab kann trotzdem gesurft und geskypt werden. Von telefonieren ganz zu schweigen. Zum Abendessen gönnten wir uns ein Menü bei McDonalds. (Stelle gerade fest, dass ich dies schonmal gepostet habe, aber ich lasse es trotzdem drin :))
Meine Flip-Flops aus Deutschland sind leider inzwischen hinüber.

Am Montag ging es wieder in die Innenstadt. Zu aller erst statten wir dem Post Office in Darwin einen Besuch ab, um unsere Post dort abzuholen. Denn wir wussten noch gar nicht, ob der Autokauf in Perth reibungslos geklappt hat und ob die Registrierung um ein halbes Jahr verlängert worden ist. Auf meinen Namen waren schon einmal keine Briefe hinterlegt. Spannung machte sich breit. Auf Martins Namen gab er uns dann schließlich drei Briefe. Zwei stammten von seiner Bank und einer vom Department of Transport in Queensland. Der Besitzerwechsel hatte nicht geklappt, da wir uns mit drei verschieden original Papieren identifizieren müssen. Alles sehr kompliziert. Bei einem Anruf bei besagtem Department stellte sich dann schließlich heraus, dass unsere Verkäufer, immer noch die Besitzer sind. Sehr kompliziert das Ganze. Nach dieser Feststellung fuhren wir zum nahegelegenem Transportdepartment vom Northern Territory. Dort wurde der Wagen kurz durchgecheckt und für verkehrstauglich gehalten. Er kann also eine neue Registrierung hier im NT bekommen. Jetzt müssen nur noch Käufer her. Ein Nepalese, der hier vor kurzem hingezogen ist, schaute sich den Wagen und wollte sich melden. Für unser Auto wollen wir gerne 4500AUD haben. Den Rest des Tages liefen wir durch die City, parkten unser Auto auf dem Woolworthsparkplatz ein paar mal um, da man dort nur für 2 Stunden parken, darf und die Australier sehr strikt sind, was das an geht.
Einkaufsstraße bei Dämmerung

Es ist Dienstag und wir hatten schon am Vortag beschlossen unsere Campingzeit nun zu beenden und in ein Hostel umzuziehen. Die Hostels hier sind allerdings teurer als in Perth und so fanden wir etwa 5 Gehminuten von der City entfernt ein Hostel, mit halbwegs humanen Preisen. Martin checkte in ein 8-Bett-Zimmer ein, ich in ein 4-Bett-Zimmer, da sie keine zwei Betten mehr in einem Raum frei hatten. Mein Raum stellte sich aber als 2-Bett-Zimmer, was ich gerne annahm :). Eigentlich passierte heute nicht mehr viel. Ich hatte auch die letzte Nacht auf meiner Isomatte ziemlich schlecht geschlafen und war dementsprechend den ganzen Tag ziemlich müde. Zum Abendessen machte ich Wasserspatzen (Rezept vom Mama, vielen Dank an dieser Stelle nochmal). Ohne elektrischen Mixer gestaltet sich das anrühren des Teiges aber etwas schwierig. Das Ergebnis konnte sich aber durchaus sehen lassen. Klar wenn Mama es macht, schmeckt es besser, aber immerhin Die Nacht sollte auch nicht sehr lang werden, da Martin um 6:20 mit dem Flieger nach Cairns weiterreiste und ich ihn um 4 Uhr zum Flughafen brachte. Auf dem Rückweg hielt ich noch an zwei Tankstellen und fragt, ob zufälligerweise ein Job frei sei. Aber leider war dies nicht der Fall. So lag ich dann um 5 Uhr wieder im Bett und versuchte noch eine Runde zu schlafen.
Was ein "Luxus"

Es ist ja inzwischen Mittwochmorgen und ich entschied mich in Hostel gegenüber einzuziehen, da es dort noch ein wenig günstiger ist und die Nacht „nur“ 26AUD kostet. Einen Parkplatz hat das Hostel ebenso. In meinem 4-Bett-Zimmer liegen noch zwei andere Deutsche. Ich setzte mich nach dem Frühstück an meinen Lebenslauf, den ich am Vortag bereits begonnen hatte und vervollständige ihn, gehe in den nächsten Copyshop und lasse ihn für teure 35ct pro Seite ausdrucken. Gut ausgerüstet, klappere ich viele Tankstellen, Restaurant und Hotels ab und hinterlasse meine Lebensläufe. Meinen letzen versuche ich auf einer Baustelle los zu werden. Der Chef fragt mich, ob das mein letztes CV (Curriculum Vitae = Lebenslauf) sei. Ich bejahe und er kopierte mir ihn zehnmal und behielt eine Kopie für sich. Gegen Nachmittag gab es dann die Reste von gestern. Dann wollte sich noch ein anderer Mensch sich unser Auto angucken, der aber nicht erschienen ist und von dem wir seitdem nichts mehr gehört haben. Martins Gepäck brauchte übrigens fast 48 Stunden länger als er nach Cairns.....
Die Bibliothek

Donnerstagvormittag machte ich mich wieder auf Jobsuche. Diesmal Richtung Flughafen und entlang des Stuart Highway, aber auch dort wurde ich nicht fündig. Den Nachmittag verbrachte ich mit Dominic aus Hamburg, der bevor er nach Australien kam ein halbes Jahr in Indien herrumreiste und mir allerhand interessante Geschichten erzählte. Da wir schon am Morgen beschlossen hatten abends zusammen zu kochen, kauften wir alle Zutaten für Kängurufrikadellen mit Reis und Möhren ein. Dem Nepalesen, dem ich mittags zu dem von ihm vorgeschlagenen Preis anbot, meldete sich erst Stunden später und teilte mit, dass er ein anderes Auto gekauft habe.......................

Mittwoch, 1. Juni 2011

Zusammenfassung

Inzwischen liegtder erste Teil meiner Australienreise hinter mir. Über 6000 Kilometer von Perth nach Darwin, fast immer entlang der Küste. In 20 Tagen von der einsamsten Stadt der Welt, durch Wüste, Steppe, Regenwald, in die nördlichste Großstadt dieses Land. Bei Sonne, Sturm, Regen und Gewitter. Zelt und Auto haben alles mitgemacht. Wir sind vielen Menschen begegnet. Vor allem australischen Rentner, die mit ihren Wohnmobilen, die Campingplätze unsicher machen und immer bereit sind Tipps zu Reisezielen zu geben. Aber auch Backpackern, und dann, wie könnte es anders sein, viele Deutsche. Wir haben auf unserm Trip auf Campingareas mit Klo, mit nicht funktionierendem Klo, ohne Klo, meistens ohne Dusche und dann alle paar Tage auf richtigen Campingplätzen geschlafen. Auf unserer Fahrt haben wir den Bundesstaat gewechselt, so wie die Zeitzone; unzählige Insekten haben bei voller Fahrt nähere Bekanntschaft mit unserem Auto gemacht, sowie einige Vögel und ein Känguru. Uns sind unzählige Wohnmobile und Campervans entgegengekommen und Roadtrains mit bis zu vier Anhängern und einer maximalen Länge von 53,5m, die wirklich alles durchs Outback fahren; Autos, Lebensmittel, Kleidung, Bagger sowie andere Roadtrains, Häuser und Bulldozer, die so breit sind, dass man in den Graben fahren muss, damit sie aus einem Kombi kein Cabrio machen. 
Aaaaaaaalter Schwede!

Alles in allem schöne drei Wochen. Vielen Dank ans Auto fürs tapfere Durchhalten und an Martin für die astreine Bekochung.

Montag, 30. Mai 2011

Die letzte Etappe

27.-29.05.

Unsere zwei gebuchten Nächten sind nun schon wieder vorüber und es geht wieder weiter. Nächstes Ziel ist der Litchfield NP etwa 100km südlich von Darwin. Auf dem Weg dorthin besuchen wir noch einen Friedhof, auf dem etwa 500 Gefallene aus dem II. Weltkrieg begraben liegen. 



 Ein seltsames Gefühl irgendwie. Und er zeigt auf, wie sinnlos Kriege doch sind...........
Der Abend ist gerettet :)

Unsere Reise geht weiter. Bevor wir zu unserem Campingground fahren legen wir noch einen kurzen Zwischenstopp bei einem Bottleshop ein und kaufen 30 Dosen Victoria Bitter Gold für 41AUD (2,5% Alkohol, man könnte auch alkoholfreies trinken...oder direkt Wasser, dass ist zwar auch nicht billig, aber immer noch billiger, egal wird trotzdem gekauft).Am Campingground wird zu aller erst einmal ein Bier getrunken, bevor man sich an den Häuslebau begibt. Abends wird dann außer Bier trinken und Wraps essen nicht mehr viel gemacht.
Martin, der Schmied

Am nächsten Tag besuchen wir die Florence Falls, die ganz in der Nähe sind. Wasserfälle speisen einen natürlichen Pool. Schöner Ort. Und zum ersten Mal war eine wirklich nennenswerte Zahl anderer Touristen an diesem „Hotspot“. Denn während der ganzen Reise war an den Sehenswürdigkeiten kaum etwas los. Aber das mag wohl daran liegen, dass dieses Land doch ziemlich riesig ist. Auf jeden Fall konnte man bis zu dem Wasserfall schwimmen und das Wasser klatschte dann auf einen herab. Wie im Schwimmbad, nur halt Wildlife.
Nach einer Runde schwimmen besuchten wir noch zwei andere Wasserfälle.

Ne es ist nicht diesig, die Ranger fackeln nur "kontrolliert" den Wald ab.

Nur für den Fall, dass man es noch nicht bemerkt haben sollte


Bei dem einen hätte man auch baden können, allerdings war der Pool geschlossen, dass die Ranger nicht ausschließen können, dass sich sich dort auch Salzwasserkrokodile befinden. Sicher ist sicher.
Wandern durch echten Regenwald.

Auf dem Rückweg zum Campingplatz sammelten wir noch ein wenig Feuerholz, um wenigstens einmal während unserer Reise ein Lagerfeuer zu machen.


Denn hier im Nationalpark ist es seltsamerweise erlaubt Lagerfeuer zu entfachen. Am Lagerfeuer gab es dann Frikadellen mit Nudeln.

Buschklo

Am heutigen Tag stand eigentlich nichts weiteres an, außer Darwin zu erreichen. Gesagt, getan. Über den Stuart Highway erreichten wir die Hauptstadt des Northern Territory. Nach kurzer Sucherei unseres Campingplatzes, machten wir uns daran unser Auto in einer Waschanlage für unsere Verkaufsanzeige ein wenig aufzupolieren.

Fotos machen, Anzeige schreiben und online stellen. Das Abendessen nahmen wir dann bei dem Schnellrestaurant mit den großen, gelben „M“ zu uns. Unser Auto wurde in der Zeit, unter einem Baum stehend, von den dort lebenden Fledermäusen, wieder vollgeka***. So ist das halt.