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Samstag, 12. November 2011

Der Sensenmann!


So womit fange ich heute an. Also da wäre über schwere Gewitter von Donnerstag auf Freitag, die zu einem teilweisen Blackout geführt haben, da wäre das Nectarinepicking am Mittwoch auf einer anderen Farm und da wäre noch ein Jubiläum.....fangen wir mal mit den Nektarinen an: Mittwochmorgen sollten wir (das halbe Hostel) für einen anderen Farmer besagte Nektarinen ernten, da er etwas hinterher hing. Also 5:30Uhr aufstehen, 6:00Uhr losfahren und 6:20Uhr an der Farm ankommen. Feststellen, dass es nachts geregnet hat dem zu Folge alles nass ist und man so nicht picken kann. Also wieder zurück zum Hostel und auf DEN Anruf warten. Aus 8Uhr anfangen wurde wegen weiterer Regenfälle nichts...auch um 10 Uhr ging es noch nicht los. Bis dahin hatte ich schon weitere 90 Minuten geschlafen, ein zweites Frühstück zu mir genommen und Mr. & Mrs. Smith geguckt. Das ganze hatte etwas von der Zivildienstzeit beim DRK. Rumsitzen, fernsehen, schlafen und vielleicht irgendwann mal arbeiten. Los ging es dann letztendlich um 13:30Uhr. Nach 5 Wochen in Renmark zum ersten mal ernten. Die Farm von Marc ist um einiges größer als Kevins und so pickten etwa 20 Leute Nektarinen unter der Aufsicht von Supervisoren. Die einem kurz und knapp erklären was zu tun hat. Die großen roten Nektarinen sind vom Baum zu pflücken, in die Umhängetasche vorsichtig zu füllen und die volle Tasche ist am Traktor in Holzbehälter zu füllen. Das ganze hört sich nicht sonderlich kompliziert an, ist es aber! Zumindest weil Supervisor nicht sagen was sie meinen. Also Tasche füllen und am Traktor entleeren. Supervisor schaut sich die Früchte an und kommt zum eindeutigen Urteil: zu grün. Aha! Also merken: Nicht die grünen, nur die roten. Tasche füllen zurück zum Traktor: zu grün. Ich muss ein ziemlich großes Fragezeichen im Gesicht gehabt, denn die einzigen Farben die ich bei meinen geernteten Nektarinen erkennen konnte, waren gelb und rot. Von grün keine Spur; also zumindest durch meine Augen samt Brille. Also mal vorsichtig nachfragen: „Tut mir leid, ich seh nur rot und gelb, aber kein grün?!“ Antwort Supervisor: „Ja gelb ist ok, nur nicht zu gelb, aber halt dich von den grünen fern!“ Ehhhm ja....die rot-gelben, die ich gepickt habe sind zu grün, aber gelb ist okay. Tut mir leid, aber an dieser Stelle kann ich eindeutig nicht mehr folgen, was man von mir will. Ich versuche mich jetzt nur noch auf eindeutig rote Nektarinen zu beschränken, um das leicht verwirrende Farbenspiel zu umgehen. Die nächste Taschenladung wird dann auch eigentlich nicht mehr beanstandet. Problem gelöst, denkste! Ne halbe Stunde später kommt besagter Supervisor und kontrolliert die Bäume. Ich würde zu viele reife Nektarinen an den Bäumen lassen und streckt mir eine handvoll rot-gelber Früchte entgegen. Zu diesem Zeitpunkt nehme ich so ziemlich jede Anweisung mit einem gequälten Lächeln, einen Kopfnicken und einem „ok“ zu Kenntnis. Er legt die Nektarinen in meine Tasche und kramt eine von mir gepflückte heraus und sagt, dass die nicht - an dieser Stelle sollte jetzt eigentlich ein englisches Wort und seine deutsche Übersetzung stehen. Allerdings habe ich das Wort wieder vergessen, weil ich auch nicht wusste bzw. weiß was es bedeutet. Ich habe ihn zweimal gefragt, was dieses Adjektiv bedeutet. Er erklärte mir daraufhin dieses unbekannte Wort mit dem unbekannten Wort. Ein drittes mal habe ich nicht gefragt, dass war mir dann doch irgendwann zu blöd – ist. Auch diese Anweisung quittiere ich mich lächel, Kopf nicken, ok. Nach drei Stunden ist eine 15 Minutenpause. Zu diesem Zeitpunkt habe ich die Schnauze von Nektarinen, egal ob groß, klein, grün, rot, gelb oder was auch immer, sowie von Supervisoren gestrichen voll. Die restlichen drei Stunden versuche ich jeglichen Kontakt mit Nektarinen und Supervisoren zu vermeiden. Erstes war weniger erfolgreich ;). Um 19:30 Uhr war der Tag dann beendet, Gott sei Dank!!!!!!
Potatoepancakes selbst gemacht! Mit Apfelmus aus dem 370gr Glas :)

Ja Donnerstagnacht hat es hier wohl angeblich ordentlich gewittert. Ich kann das ganze zwar nicht bezeugen, denn ich habe geschlafen. Da war ich dann wohl der einzige im ganzen Hostel. Der Rest war wach :). Nach dem Gewitter hatte Halb-Renmark keinen Strom mehr, wir waren in der anderen Hälfte :). Auch der Woolworths war ohne Elektrizität. So ziemlich alle Kühlregal waren am nächsten Tag um 16Uhr noch leer. Ein „Highlight“ diese Woche. Ein weiteres war das Whipper Snipping. Donnerstag und Freitag habe ich jeweils 8 Stunden den Rasentrimmer durchs zum Teil hüft- bis schulterhohe Gras gejagt. Und während ich den Whipper Snipper, ich liebe dieses Wort, so durchs Gräser, Löwenzähne und Kleeblätter schwinge, komme ich mir zwischendurch ein wenig wie der Alm-Öhi aus Heidi vor. Nur ohne Bart, etwas jünger, ohne Berge und anstatt mit einer Sense, diesem beinahe ohrenbetäubenden Whipper Snipper. Ich weiß nicht mehr wie ich auf diesen Gedanken gekommen bin, aber ist ja auch egal. Man macht sich generell über ziemlich vieles Gedanken, aber mehr Kopfkino möchte an dieser Stelle nicht preis geben :)

In Vollmontur: Sonnenhut, Sonnenbrille, Sicherheitsbrille, Hemd, Handschuhe, Regenhose und Gummistiefel
Ein Highlight eines (fast) jeden Tages: Quad fahren
Eiskalte Coke: Die wohl beste Erfindung der Welt....
Begegnungen bei der Arbeit
Ansonsten war am 11.11.11 mein 200. Tag in Australien. Bleiben heute noch maximal 164 Tage übrig bis mein Visum ausläuft. Die Zeit rennt und rennt, da kommste gar nicht hinterher. An dieser Stelle kann man ja mal eine Zwischenbilanz ziehen; und zwar finanziell. Ich habe in Perth, wahrscheinlich aus Langeweile, angefangen eine Exeltabelle zu führen mit den täglichen Ausgaben. Und, man mag es kaum glauben, aber ich führe sie immer noch. Für jeden Monat eine Tabelle. Nach und nach habe ich die Tabelle erweitert. Um Einnahmen, um das was man so für Essen und Schlafen ausgibt. Mehr oder weniger ist da so ziemlich alles festgehalten, die eine oder andere Kleinigkeit habe ich mit Sicherheit vergessen, kann aber wohl vernachlässigt werden. Also Stand vom 11.11.11 sieht das Ganze wie folgt aus.

Das kleinste Postoffice der Welt?
 
In den 200 Tagen in Australien habe ich Ausgaben in Höhe von 12.362,88AUD gehabt. Dem gegenüber stehen Einnahmen (incl. Autoverkauf usw.) von 12.980,97 AUD. Die durchschnittlichen Ausgaben am Tag betragen dabei knappe 62 AUD. Essen (incl. Bier) schlägt mit 12,30 AUD und Übernachtungskosten mit 20,53 AUD zu Buche. In der Auflistung sind Ausgaben, die ich in Deutschland getätigt habe wie Flug, Visum, „Ausrüstung“ nicht enthalten. Eine ganze Menge Kohle, die ich hier schon gelassen habe, wenn man sich das mal überlegt. Und für den Fall, dass ich mich verrechnet habe: Bitte mitteilen, dann sende ich meine Bewerbung direkt zu dieser Bad Bank. Vielleicht brauchen die ja noch kompetente Leute :) Zu diesem Thema kann ich euch den Beitrag der Heute-Show vom letzten Freitag wärmstens ans Herz legen. Hier der Link: http://www.youtube.com/watch?v=y7bjv-56ZF0&feature=player_detailpage#t=579s
Aber eigentlich kann man sich die Sendung auch ganz anschauen!

Bananapancakes with Syrup! Awesome
P.S. Wen es interessiert: Meine Flugstatistik :) man beachte: kürzester Flug :D   http://meine.flugstatistik.de/tuttut951